Gewerblicher Verkauf über kleinanzeigen.de – ein Erfahrungsbericht.

verkaufen auf kleinanzeigen.de - lohnt es sich?

Für Händler:innen, die sich nicht nur auf Verkaufsplattformen wie ebay, Amazon, Otto und Co. verlassen wollen, scheint es eine interessante Alternative oder Ergänzung zu geben: Das Verkaufdportal kleinanzeigen.de (ehemals: „Ebay Kleinanzeigen“).

Für meinen Handel mit Vintagekameras, Kunst und Atiquitäten habe ich diesen Verkaufskanal einige Monat lang getestet.

In diesem Blogbeitrag kannst Du meine teils sehr ernüchternde und nervige Erfahrung mit diesem Verkaufskanal nachlesen.

Würde ich kleinanzeigen.de für den professionellen Handel empfehlen? Ein klares Nein.

Warum ich keine Empfehlung für kleinanzeigen.de aussprechen kann, erfährst Du hier im Detail.

Der (theoretische) Weg zum Verkauf auf kleinanzeigen.de

Auf kleinanzeigen.de kann man als Gewerbetreibender faktisch nicht rechtssicher online verkaufen. Ohne hier ins Detail gehen zu wollen: Stichwort „Fernabsatzgesetz“.

Entweder schafft man es, die Interessenten durch ein Inserat in den eigenen Verkaufsraum zu locken, wo dann der Vertragsabschluss stattfindet, oder man leitet die Interessenten auf seine eigene Website (einen Onlineshop um), wo dann der Vertragsabschluss rechtssicher stattfindet.

Das ist z.B. mit Nennung der Shop-URL möglich. Diese wird in kleinanzeigen.de nicht als Hyperlink abgebildet, sonder steht als Text im Inserat – mehr ist nicht möglich.

Viele Interessierte sind mit diesen Einträgen aber überfordert; Was man nicht anklicken kann, geht nicht…

Ständige Anzeigenlöschungen von kleinanzeigen.de

Als gewerblicher Anbieter ist die Anzahl der Anzeigen, die man auf dem Portal kostenlos veröffentlichen kann beschränkt.

Durch Zahlung unterschiedlicher Preise kann man die Anzahl der buchbaren Verkaufsinserate erhöhen.

Ein Paket mit 25 Inseraten kostet netto ca. 250,00 EUR / Monat.

Soweit finde ich das ok.

Allerdings hat Kleinanzeigen.de die unangenehme Angewohnheit, scheinbar willkürlich Anzeigen (Inserate) zu löschen, weil sie angeblich gegen „Richtlinen“ verstoßen.

Man erhält dann eine solche E-Mail mit einem Standardtext.

Selbst in dieser E-Mail wird der Link zur Website als Möglichkeit genannt (das scheint der Sachbearbeiter – oder KI-Bot – aber nicht zu wissen oder zu verstehen).

kleinanzeigen.de löscht Inserate

Ein beliebter Löschgrund sind Verweise im Inserat auf die eigene Website (in meinem Fall den eigenen Onlineshop: https://tolle-sachen.com). Genau dieser Verweis ist aber durch dir Bedingungen abgedeckt.

Lediglich die Verlinkung auf andere Verkaufsportale ist ausgeschlossen.

Es scheint, dass – je nachdem, welche KI gerade am Werk ist, oder welcher Sachbearbeiter – nach dem Zufallsprinzip gelöscht zu werden.

Während z.B. 24 Anzeigen mt Links auf meinen Onlineshop nicht beanstandet werden, wird „plötzlich“ ein Inserat gelöscht.

Man kann dann zwar Widerspruch einlegen und manchmal wird die Anzeige wieder aktiviert, manchmal auch nicht…

Miserabler Gewerbekunden Service

Für gewerbliche Kunden bietet kleinanzeigen.de einen gewerblichen Kundenservice an. Es existiert eine separate E-Mailadresse für Gewerbetreibende.

Jedoch kann ich sagen: Egal wie oft ich auf den Unsinn der Löschung meiner Anzeigen hingewiesen habe, er reagiert einfach nicht; null, nichts, Schweigen…

Nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund, dass kleinanzeigen.de nicht gerade ein Schnäppchen mit ihren Preisen sind, finde ich, dass das mit einem „professionellen Service“ nichts zu tun hat.

Schlechte Buchbarkeit von Service

Vor einigen Monaten, als ich mit kleinanzeigen.de noch nicht „durch war“, wollte ich die Anzahl meiner möglichen Inserate von 25 auf 50 erhöhen.

Der zunächst angebotene Buchungsmodus funktioniert nicht.

Stattdessen wurde mir eine zu unterzeichnende PDF-Datei zugemailt, die fehlerhaft vorausgefüllt war und die ich nicht unterschreiben wollte.

Im darauffolgenden Gespräch mit einer Servicemitarbeiterin von kleinanzeigen.de erlebte ich dann den so ziemlich schlechtesten Service aller Zeiten. Anstatt mir lösungsorientiert entgegenzutreten wurde ich – so würde es der Volksmund wohl bezeichnen „angeschnauzt“.

Bis heute habe ich übrigens keine korrigierte Bestellung erhalten…

„Professionell Service“ stelle ich mir jedenfalls anders vor.

Wie hat der Verkauf auf kleinanzeigen.de funktioniert?

Kurze Antwort: Na ja…

Etwas genauer: Ich verkaufe über meinen eigenen Onlineshop, auf Ebay und – bis zum Auslauf meines Vertrages – noch auf kleinanzeigen.de – ich habe also Vergleichsmöglichkeiten.

Das Verhältnis von Vekäufen auf ebay zu kleinanzeigen.de beträgt etwa 100 zu 5 zu Gunsten von ebay.

Allerdings gibt es entscheidende Unterschiede, die ich in der folgenden Tabelle darstelle

Verkauf auf EbayVerkauf auf Ebay
Kosten für 400 Inserate ca. 40,00 / Monat (zzgl. ca. 10% Verkaufsprovision für verkaufte Artikel).
Bei 3000,00 EUR Umsatz also so ca. 340,00 EUR.
Kosten für 25 Inserate ca. 250,00 EUR.
Zusätzliche Kosten für „hochschieben“, „Highlight“ und ähnliches: Ca. 90,00 / Monat.

Provision fällt nicht an.
Kunden bestellen und bezahlen automatisiert Ware. So gut wie keine Vorabkontakte.Interessenten fragen:
– Ist die Ware noch vorhanden
– „ist am Preis noch was zu machen“
– „Wie kann ich bestellen?“
– „Wie kann ich bezahlen?“
– „Kann ich auch tauschen?“

Kurzum: Nur wenige schaffen es, den im Inserat genannten Link zu verwenden um die Ware im Onlineshop zu bestellen.
Bei hunderten von Angeboten wurde bei mir bisher eines beanstandet.Ständige Löschung von Inseraten aus falschen Gründen.

Fazit nach rund 3 Monaten kleinanzeigen.de als gewerblicher Verkäufer

Aus meiner Sicht ist das professionelle, rechtssichere Verkaufen auf kleinanzeigen.de als Versandhändler zu aufwändig, zu ineffektiv und zu störanfällig.

Der „professionelle Service“ genügt meinen Ansprüchen nicht – überhaupt nicht.

Solange kleinanzeigen.de weder etwas an den Verkaufsmöglichkeiten auf ihrer Plattform ändert, noch ihren „Service“ verbessert, halte ich das Portal für den professionellen Versandhandel für nicht geeignet.

Für stationäre Händler:innen, die damit Kunden zum Kauf in ihren Laden bewegen können, mag es anders aussehen… aber selbst da bleibt der aus meiner Sicht unzureichende Service im Bedarfsfall.

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